Mrz 10
Ich möchte in diesem Beitrag auf ein Interview hinweisen, das Sandmann vorhin mit mir geführt hat:
http://www.dosenfischer.de/2010/03/10/dosenfischen-der-podcast-111d
Ich möchte in diesem Beitrag auf ein Interview hinweisen, das Sandmann vorhin mit mir geführt hat:
http://www.dosenfischer.de/2010/03/10/dosenfischen-der-podcast-111d
Sobald es irgendwelche “Interessenvertreter” gibt, wird das zwangsläufig etwas, wo es sich verselbstständigt.
Das wird gern unter “Vereinsmeierei” gennannt, der Begriff “Vorstandsmeierei” würde es vermutlich besser treffen.
Wenn also jemand als “Ansprechpartner Interessengemeinsachft Geocaching”, “Beirat Geocaching Deutschland” oder “Vorstand eines Aktionskreises”, dann wird derjenige drauf wert legen, dass er diesen Job “gut” macht.
Und wie wird sich dieses “gut” messen? In der Aufmerksamkeit, die er bekommt und in der Zahl der Leute, die ihn wahrnehmen und demnach auch wiederwählen.
Presserummel ist dann so natürlich wie das Amen in der Kirche.
Geocaching lebt aber davon, im Geheimen und eben nicht im Großrudel betrieben zu werden.
Und da ist man dann schon beim zweiten Punkt: Vereine möchten immer viele Mitglieder. (Denen geht’s nicht anders wie dem Papst, dem da auch fast jedes Mittel recht ist…)
Vieles von dem, was Geocacher tun ist jedoch nicht so, dass es doppelt so viele Leute oder gar zehn mal so viele wie heutee tun können, ohne dass unsere Mitmenschen sich darüber (zu Recht!) beklagen werden.
Selbst wenn es heute noch legal ist, sobald der Leidensdruck bei “anderen Institutionen” steigt, wird es nicht nur Druck, sondern auch Regulierung geben.
Was haben wir denn heute?
Zercachte Mauern, totgegrabbelte Verkehrsschildabdeckungen, Cacherautobahnen im Wald, GC-Vote gelobte Caches, wo am Wochenende ein halbes Dutzend Großrudel durchpirscht, einfache Waldtradis in deren Umfeld nach einer Saison kein Grashalm, gescheige denn Moos überlebt.
Dazu kommt dann noch das Verbot, überhaupt Caches in der Natur auszulegen, wie es z.B. in Bayern gilt.
Sobald die Cacher dann als Institution noch sichtbarer werden und zahlenmäßig noch stärker werden, dann geht’s los wie bei den Tauchern oder Kletterern: Zutritt nur noch mit Scheinen, Genehmigungsverfahren für neue Reviere etc… Muss ja schließlich alles seine Ordnung haben…
Und es wird nicht sich verhindern lassen, sobald ein Verein da ist, gibt es Leute, die “Wachstum” als Allheilmittel sehen.
So wie der Bürgermeister einer Kleinstadt gerne Bürgermeister einer Mittelstadt wäre. Und der Mittelstadt-Bürgermeister lieber eine Großstadt hätte.
Und das, obwohl erwiesen ist, dass man als Bürger in Hannover nicht besser lebt als in Bielefeld. Und wenn man in einem kleinen beschaulichen Dorf lebt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, noch größer, dass man nicht alles wegschließen muss und als Laternenparker Angst um Navi und Airbag haben muss.
Wachstum ist genau das Gegenteil: Es verschärft Probleme ins unerträgliche über die man vorher -im kleineren Rahmen- noch hinwegsehen konnte.
Das ist dem Bürgermeister (und dem Vereinsvorstand) egal, denn da gilt es, an den Aufgaben z u wachsen. Schließlich kann man nur so zeigen, wie gut man zupackt beim Regeln von Problemen… (für die anderswo gar kein Reglungsbedarf besteht…)
Manchmal ist es besser ‘Nein’ zu sagen. Auch wenn es die Dosenfischer sind.
Schön, daß man diesen liebenswerten Chaoten auch mal von der ernsten, sachlichen Seite kennenlernt.
In weiten Teilen stimme ich Herrn Schweigert zu.
Schnauze halten und genießen. Lieber aus dem Untergrund cachen gehen, wie früher halt. Ein Interview in der “Bäckerblume” bringt keinem Cacher etwas. Es geht denen doch nur um Auflagenerhöhung oder noch ein paar Hörern/Zuschauern mehr.
Axel…. Kopf hoch alles wird gut !!!
Gruß Frank
Ich bin beeindruckt von Deiner Sorgfalt, Weitsicht und den tiefgehenden Gedanken, die Du Dir über das Thema Geocaching und Öffentlichkeit machst. Dein Interview mit dem Sandmann von den Dosenfischern ist für mich ein großer Gewinn in dieser Debatte. Es ist aus meiner Sicht eine große Gabe, seinen Standpunkt so konsequent und fundiert zu vertreten, auch wenn man damit aneckt und nicht mit dem Strom schwimmt.
Ich befürchte, dass sich leider zu wenige Cacher mit diesem Thema auseinander setzten und einfach mit den Trends mitdriften. Das “Gejammere” über einige Entwicklungen bezügl. Geocaching ist jetzt schon groß, aber wie laut wird es erst sein, wenn sich eine lobbygesteuerte Sprechergruppe (egal aus welchem Lager) aus bzw. über die Community erhebt und Entscheidungen verkündet, die unser Hobby in seiner Vielfalt einschränken. Doch dann ist es i.d.R. zu spät.
Das Kämpfen um Positionen war noch nie einfach und eine schnelle Lösung ist auch hier wohl eher fehl am Platz. Viel wichtiger ist es m.E., das Bewußtsein der Cacher zu schärfen, indem dieses Thema kontrovers diskutiert wird. Du hast hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet. Vielen Dank und mach weiter so!
Aeon
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