Mike Oldfield Light and Shade Audio Interview 1&2 / 13
Feel free to use it for Webs / Radio / Press . All 13 Tracks will be online soon.
Recorded a few Days ago. Contact: alex@oldfield.de
1. Inspiration 1.7 Mb MP3
http://www.oldfield.de/presse/lightandshade/1inspiration-oldfield-de.mp3
Übersetzt von Andreas Schulz: Vielen Dank, Andreas:
Die Inspiration zu Light and Shade – gibt es überhaupt nicht. Ich fange mit einer leeren Leinwand an – Stille. Das erste was ich mache, wenn ich mit einem Projekt beginne ist, mich umzusehen – nach irgendwelchen brauchbaren Werkzeugen, neuen Instrumenten, neuen Klängen.
Genau das ist auch bei diesem neuen Album passiert – es gibt eine ganz neue Generation von Software-Synthesizern. An Stelle eines echten Synthesizers hat man ein Bild von einem Synthesizer.
Als ich mit dem Album begann, war der Raum, in dem wir jetzt sitzen, vollgestopft mit Geräten, ein riesiges Mischpult, Racks voller Elektronik und Kilometer von Kabeln von hier in den Nebenraum, nach oben in die erste Etage. Das war das Studio, in dem ich an meinen letzten ..7 Alben gearbeitet habe – das war alles noch hier. Wir haben natürlich Computer benutzt – als eine Art Erweiterung des Studios.
Ich verfolgte die Entwicklung seit den ersten frühen Macintoshs. Jetzt haben wir eine neue Generation von Macs und PCs, neuen Betriebssystemen – z.B. kann der Mac jetzt Multitasking, früher konnte er nur eine Sache zur Zeit tun…
Ich habe mich gründlich umgesehen und festgestellt: ganze Elektronik in meinem Studio, die brauche ich überhaupt nicht mehr, ich kann alles tun (mit dem Computer)… an Stelle eines großen Mischpultes habe ich ein Bild von einem Mischpult. Also sprach ich mit einer dieser Firmen, die mit gebrauchter Studioausrüstung handeln: Ich habe hier ein komplettes Studio, kommt mal mit einem Laster vorbei. Ihr bekommt es für nur einen Bruchteil von dem, was ich einmal dafür bezahlt hatte – es ist einfach veraltete Ausrüstung- ihr könnt alles haben.
Also kamen sie vorbei, und haben den ganzen Kram mitgenommen.
Dann habe ich ein paar Wochen damit verbracht, Software zu installieren, auf meinem Mac und meinem PC, und damit zu experimentieren, die beiden Maschinen (es sind zwei verschiedene Arten von Computern) dazu zu bringen, miteinander zu reden – sie zu synchronisieren, zu vernetzen, und Software zu installieren – an Stelle eines echten Mischpultes habe ich jetzt ein Bild von einem Mischpult – und herauszufinden, wie ich meine Gitarren in das System hereinbekomme.
Alles basiert jetzt auf Software. Ich bin nicht der Einzige, der so arbeitet; immer mehr Musiker arbeiten jetzt überwiegend so.
Es ist so ähnlich wie das Heimstudio, das tausende von Teenagern in ihren Schlafzimmern haben. Auf eine bestimmte Art schließt sich damit ein Kreis zu den ersten Demos von Tubular Bells, die ich aufgenommen habe, als ich 17 war – in einem kleinen (Zimmer?) in Tottenham, was ein winziger Teil von Nord-London ist.
Die wurden mit einem kleinen Tonbandgerät aufgenommen, das ich umgebaut habe, damit ich viele Instrumente nacheinander aufnehmen konnte.
Ich konnte etwa sechs Aufnahmen überlagern – indem ich die Drähte zum Löschkopf durchgeschnitten und vertauscht und den Löschkopf mit einem Stück Pappe abgedeckt habe. So konnte ich die Demos für Tubular Bells damit aufnehmen. Das war so eine Art von Heimstudio. Und jetzt hat so ein durchschnittlicher Teenager ein Mehrspurstudio in seinem Schlafzimmer – wirklich!
Das ist phantastisch, mit den ganzen Möglichkeiten, die man damit hat.
Ich fing also an mit Light and Shade mit einer komplett leeren “Leinwand”, und das Nächste war, so ein Software-Instrument einzustöpseln und herauszufinden, was es tut – sich durch tausende von Einstellungen durchzuarbeiten – ich liebe das.
Es sind aber einfach zu viele, um sie alle auszuprobieren, buchstäblich tausende von Möglichkeiten. Also habe ich einfach mit dem ersten angefangen, einen Track aufzubauen. Ich benutze die Software als Hintergrund (Grundlage?) für meine Stimme – wenn ich singen könnte, ich bin kein Sänger, meine Stimme ist meine Gitarre. Wie Sie hier sehen können, habe ich eine große (großartige?) Sammlung – und die hier sind nicht nur ausgestellt, das sind meine Instrumente, meine Werkzeuge, ich benutze jede davon. Jede hat ihren eigenen Charakter.
Ich benutze die Software also als Hintergrund. Dadurch bekommt die Musik einen zeitgenössischen Sound. Sie klingt nicht nach den 60ern oder 70ern, sie klingt genau wie 2005, aber sie hat mein Markenzeichen, meine Stimme, meine Art, Gitarre zu spielen.
2. “Music”
http://www.oldfield.de/presse/lightandshade/2music.mp3
Übersetzt von Andreas Schulz:
Ja, das Endergebins klingt nicht technisch oder wissenschaftlich. Jetzt, wo ich reifer geworden bin, konzentriere ich mich mehr auf die Stimmung, das Gefühl, die Atmosphäre eines Musikstücks als darauf, wie techisch perfekt – technisch es ist.
Einige meiner älteren Alben, z.B. Tubular Bells, sind sehr technisch. Da ist sowas wie mehrere Gitarren, sehr schnell in engen Harmonien gespielt – dazu der Bass, alles sehr schwierig, sehr .
Außerdem klingen für mich die alten Alben zum Teil irgendwie hölzern, als ob ich experimentiere, als ob ich versuchte, etwas sehr komplexes, beeindruckendes zu produzieren.
Jetzt kümmert es mich nicht mehr, ob ich sehr schnell Gitarre spielen kann (ich kann, wenn es sein muss, wenn es angemessen ist). Ich konzentriere mich mehr auf die Seele, den Geist, die Stimmung der Musik als auf die Technik.
Sie sagten, daß es (das Album?) mehr nach Gefühlen klingt – ich denke, das ist es, was sich jetzt in meiner Musik widerspiegelt – meine Gefühle, meine Spiritualität…
Das Album Light soll ein friedliches Höreerlebnis sein, das Album Shade dagegen hat einige verrückte Stellen, mit Schreien und Weinen und Heulen, Massen von Gitarren.
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